• Minister Stoch zu Gast beim Weinheimer Arbeitskreis Inklusion

    Der Kultusminister im fachlichen Austausch mit den Weinheimer Schulen, Eltern und Schulträgern zur schulischen Inklusion

    Weinheim, 11. März 2015, Maria-Montessori-Schule. Auf Einladung des Arbeitskreises Inklusion (AKI) Weinheim nahm Andreas Stoch, Minister für Kultus, Jugend und Sport an einem Fachgespräch teil, in dessen Zentrum die spezifische Situation der schulischen Inklusion im Raum Weinheim und die Ergebnisse aus vier Jahren Schulversuch zur schulischen Bildung junger Menschen mit Behinderung stand.

    So folgten der Einladung des AKI alle Schulleitungen im Raum Weinheim, Herr Oberbürgermeister Bernhard, die Landtagsabgeordneten Sckerl und Kleinböck, Vertreter der Kultusverwaltung, des Staatlichen Schulamts Mannheim, des Schulträgers Stadt Weinheim, des Pilgerhauses und des Rhein-Neckar-Kreises. Ebenso beteiligt waren die Vorsitzenden des Gesamtelternbeirats der Weinheimer Schulen.

    In ihrer Begrüßung machte Annette Trube, Sprecherin des AKI Weinheim, deutlich, worum es geht. Sie betonte „dass es jetzt wichtig ist, dass der erfolgreiche Beginn der schulischen Inklusion im Raum Weinheim mit dem Schulgesetz eine förderliche Fortsetzung findet“.

    Was den „erfolgreichen Beginn in Weinheim“ ausmacht, wurde beim Sachstandbericht des Staatlichen Schulamts Mannheim ersichtlich. So liegt die Weinheimer Inklusionsquote im Grundschulbereich erheblich höher als der Durchschnitt in den fünf Erprobungsregionen. Fast alle Schulen im Raum Weinheim setzen Inklusion um, alleinige Ausnahme stellen nur noch die Gymnasien dar.

    Hier zeigte sich, dass sich die gute Zusammenarbeit zwischen Schulen, Schulträger und Schulamt, die enge Vernetzung der an der schulischen Inklusion beteiligten Institutionen und das Elternengagement positiv auf die Entwicklung der inklusiven Bildungslandschaft in Weinheim ausgewirkt haben. Auch dem AKI kann, wie Arnulf Amberg, Rektor der Maria-Montessori-Schule Weinheim, es formulierte „eine nicht zu unterschätzende Katalysatorwirkung“ bescheinigt werden, kümmert sich dieser doch seit seiner Gründung im Jahr 2012 um die Belange der schulischen Inklusion im Raum Weinheim.

    Minister Stoch kam mit aktuellen Informationen zum Inklusionsgesetz und vermittelte, worauf es aus Sicht der Landesregierung bei der Umsetzung schulischer Inklusion vor allem ankommt. Im Mittelpunkt steht die Aufhebung der Pflicht zum Besuch der Sonderschule abgelöst durch ein Elternwahlrecht zwischen einer Sonderbeschulung und dem Besuch der allgemeinen Schule. Damit ist ein wichtiger erster Schritt zur Einlösung der rechtstaatlichen Verpflichtungen nach der UN-Behindertenrechtskonvention im Bildungssektor eingelöst. „Das ist ein Meilenstein im baden-württembergischen Schulwesen auf dem Weg zu einem inklusiven Bildungssystem“, so warb der Minister für Aufgeschlossenheit und weitere mutige Schritte, das inklusive Bildungssystem vor Ort auszugestalten. Zusätzliche Ressourcen werden im Zuge der Schulgesetzänderung bereitgestellt und die notwendigen Rahmenbedingungen für Schulen und Schulträger geschaffen.

    Das halten auch die Weinheimer Schulen für dringend geboten. Bei ihrem Vortrag benannte Katja Hoger, geschäftsführende Schulleiterin der Weinheimer Schulen, ausreichende Ressourcen und notwendige Rahmenbedingungen als zentrale Faktoren, die die schulische Inklusion gerade auf der Schwelle zum Übergang in die weiterführenden Schulen benötigt. Hoger berichtete, dass die Lehrkräfte und Schulleitungen der allgemeinen Schulen und der Sonderschulen im Raum Weinheim mit Bereitschaft und Engagement die Aufgabe der schulischen Inklusion angenommen und sich in den vier Jahren des Schulversuchs ein breites Erfahrungswissen und Inklusionskompetenzen erworben haben.

    Annette Trube unterstützte die Forderungen der Schulen und richtete ein besonderes Augenmerk auf die weithin bestehende Unsicherheit der Eltern in Bezug auf die Wahl des inklusiven Weges, dies vor allem im Vergleich zur Wahl einer Sonderschule. Sie warb für einen vereinfachten Weg der Bildungswegeplanung für inklusive Bildungsangebote, der die Planungssicherheit für Eltern erhöht und im Sinne der Normalität genauso leicht ist wie die Anmeldung an einer Sonderschule. Zudem wünschen sich Eltern einheitliche Konzepte für Gemeinsamen Unterricht sowie eine Willkommenskultur, wie sie größtenteils an den Grundschulen bereits vorhanden ist, auch für die weiterführenden Schulen, insbesondere bei den Gymnasien.

    Carmen Harmand, Leiterin des Amtes für Bildung und Sport der Stadt Weinheim, machte deutlich, dass auch für die Schulträger weitere transparente, nachvollziehbare gesetzliche Regelungen erforderlich seien, wenn allen behinderten Kindern im Sinne der Gleichbehandlung auch deren Angebote offen stehen sollen. Schulische Inklusion erfordert auch für die Kommunen eine finanzielle Kraftanstrengung, die nur mit Unterstützung des Landes geschultert werden kann.

    In einer abschließenden Aussprache wurde deutlich, dass einerseits noch einige Anstrengungen von Nöten sind, um den eingeschlagenen guten Weg der schulischen Inklusion weitergehen zu können, es aber andererseits schon einige wertvolle Erfahrungen und Grundlegungen gerade in Weinheim gibt, auf die weiter aufgebaut werden kann. So darf ein ermutigendes „Inklusion kann gelingen“ von der Weinheimer Bildungsregion ausgehen.

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