• Arbeitskreis Inklusion für Weinheim ins Leben gerufen

    Weinheim. Der Arbeitskreis ‚Inklusion’ traf sich am Abend des 1. Februars auf Einladung der IGIS Raum Weinheim sowie der Lebenshilfe/IKB zu einer konstituierenden Sitzung. Beteiligt waren sowohl Vertreter der an der inklusiven Beschulung beteiligten Grundschulen und Sonderschulen, der Schulverwaltung und der Stadt Weinheim, als auch Eltern von Kindern, die in den Inklusionsklassen beschult werden. Frau Schnelle, Vorsitzende der Lebenshilfe/IKB Weinheim, moderierte als Gastgeberin die erste Sitzung des Arbeitskreises.

    Nachdem nun seit vier Monaten Erfahrungen mit dem Gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung gesammelt werden konnten, war es der richtige Zeitpunkt für einen ersten reflektierenden Austausch in diesem Kreise.

    Die bisherige Umsetzung der inklusiven Beschulung im Raum Weinheim beurteilt der Arbeitskreis insgesamt als positiv. So wird festgestellt, dass die Schulgemeinschaften durch die Inklusion neu belebt werden und in den Lehrerkollegien nach anfänglicher Skepsis nun deutliche Aufgeschlossenheit zu spüren ist. Insbesondere hebt der Arbeitskreis die differenzierenden Unterrichtskonzepte, das große Engagement der Lehrkräfte und die gelungene soziale Integration der Kinder mit Behinderung freudig hervor. Der Arbeitskreis würdigt die Flexibilität von Eltern und Schulen sowie die Zusammenarbeit der verschiedenen Lehrkräfte. Auch die gute Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe/ IKB Weinheim, die z.B. die Schülerbeförderung organisiert, wird gelobt.

    Großen Nachbesserungsbedarf sieht der Arbeitskreis bei der Aufklärung und der öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Thema ‚Inklusion’. Es wird bemängelt, dass die Eltern zu wenig Information über die konkrete Umsetzung vor Ort erfahren und etwaige Vorbehalte oder Ängste so kaum aufbereitet werden können. Weiteren Entwicklungsbedarf sieht der Arbeitskreis in der Verlässlichkeit der Lehrerversorgung (vor allem im Vertretungsfall) und in der Ganztagesbetreuung bzw. der Beteiligung an der Ganztagesschule für die Kinder mit Behinderung. Zudem wird es sehr kritisch gesehen, dass die Kinder mit Behinderung nicht zum Klassenteiler der allgemeinen Schuler gezählt werden.

    Fazit der ersten Sitzung war, dass der Arbeitskreis im ersten Schritt ein operatives Gremium sein soll, das die Inklusive Beschulung an den Grundschulen konstruktiv unterstützt und durch regelmäßigen Austausch in einem Netzwerk aus Eltern, Schulen, Schulträger, Schulamt und weiteren festzulegenden Parteien voranbringen soll. Einen weiteren Fokus setzt der Arbeitskreis auf die Fortführung von umfassender Aufklärung von Öffentlichkeit, Kindergärten und Schulen über Inklusion. Weitere Themen, die die Anwesenden für relevant betrachten, sind die Ansprache der weiterführenden Schulen sowie der Einsatz für eine „inklusive“ Gemeinschaftsschule ab Klasse 5 in Weinheim.

    Als Sprecher des Arbeitskreises wurde für das erste Jahr Arnulf Amberg, Rektor der Maria-Montessori-Schule Weinheim gewählt. Der Arbeitskreis findet zweimal jährlich statt. Der nächste Termin ist am Dienstag, den 9.10.2012 um 19 Uhr bei der Lebenshilfe/IKB Weinheim. Wer noch Interesse an einer Teilnahme hat, kann sich bei Annette Trube, Sprecherin der IGIS Raum Weinheim melden: atrube@web.de.

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